laesterwelle.de

woe 26.10.2009

Ist die Welt reif für das Guidomobil?

Wollen wir das?

Unser Bild in der Welt?

woe 28.10.2009

Merkels verschollene Stimmen und Gregors Suche nach Willy

Wer denkt eigentlich an Steinmeier?

Wie interessant sichere Dinge doch werden können, wenn sie zwar klappen, dann aber doch nicht so glatt laufen, wie man das gern nach außen gehabt hätte.

Da haben Union und FDP zusammen 332 Stimmen im neuen Bundestag. Reichlich genug, Frau Merkel zur neuen Bundeskanzlerin zu machen. Sie bekommt aber nur 323!

Hmmm, 285 haben eindeutig nein gesagt, vier enthielten sich einfach und Birgit Hombacher von der FDP meint sagen zu müssen, dass ALLE FDP-Abgeordneten für Frau Merkel gestimmt haben.

Der Herr Kauder und der ist Fraktionschef bei der Union, würde aber sagen, dass das auch alle Unionsabgeordneten getan haben. Sagt der nun auch gleichzeitig, dass Frau Hombacher darauf verzichtet hat, die Wahrheit zu sagen?

Na, der neue Bundestag verspricht ja richtig interessant zu werden: Bei der Koalition kann man nach den Abweichlern suchen und in der Opposition kandidiert Steinmeier nach eigenen Worten als Oppositionsführung. Aber der hat ja auch schon als Kanzlerkandidat der SPD gearbeitet, ne Zeit lang ... Ob Steinmeier das Zeug hat, gegen Gregor Gysi zu bestehen oder ob Gregor eine(n) neue(n) Willy Brandt in der SPD findet - mal sehen.

woe 29.10.2009

Schäuble: Eine gute Überraschung?

Pragmatiker haben ihre Vorzüge

Wolfgang Schäuble hat ja nun viel Prügel bekommen, oft genug im Internet.

Bisweilen wohl nicht wirklich zu Unrecht, denke ich, trieb er doch seine Sicherheitsinteressen in eine Richtung, die für böse Vorahnungen viel Raum schufen.

Innenminister scheinen ja immer irgendwie zu mutieren. Otto Schily wandelte sich ja auch erstaunlich in dem Job.

Nun aber bricht eine neue Bundesregierung aus und Schäuble bekommt einen neuen Job: Bei den Finanzen. Von da hört man dann auch erstaunliches, fegt er dort nicht sogleich den Flur von alten Bediensteten leer, die der falschen Partei angehören. Wie zu vernehmen ist, bleiben doch glatt zwei Staatssekretäre in Amt und Würden, die kein schwarzes, sondern ein rotes Parteibuch haben ...

Keine Angst: Keines von den Linken, wobei ich keinen Schimmer habe, welche Farbe das Ding bei denen wirklich hat.

Ich bekomme das Gefühl, dass Wolfgang Schäuble der Musterschüler bleibt, den ich immer in ihm sah: Er will einen guten Job machen! Als Innenminister verlor er dabei, aus meiner Sicht, bisweilen das Augenmaß. Bei den Finanzen beginnt er aber indem er sich zu Verhaltensweisen versteht, die Achtung verdienen und auch die laute Erwähnung. Es ist ausgesprochen löblich was er da tut, leider aber keineswegs üblich.

woe 29.10.2009

Neue Ehrlichkeit zum neuen Anfang?

Fallen unsere Soldaten noch immer im Frieden?

Es fallen Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und hier zu Hause weinen Eltern und Kinder.

Sie fallen ebenso, wie ihre Kameraden aus anderen Ländern. Sie fallen, wie die Zivilisten, die immer wieder zwischen die feuernden Linien geraten oder zufällig da sind, wo Bomben nieder gehen. Die Zivilisten fallen vor der eigenen Haustür, unsere Landleute fern der Heimat.

Nun, da eine neue Bundesregierung über uns kommt, in einer Zeit voller Umbrüche, nun könnten wir doch damit beginnen, Krieg Krieg zu nennen.

George W. Bush zog wörtlich in den Krieg gegen den Terror. Unsere Bundeswehrsoldaten hingegen in den Frieden gegen den Terror.

Der schon etwas seichte Herr Jung ist nun nicht mehr Chef unserer Friedenskrieger. Womöglich traut sich sein Nachfolger ehrlichere Worte zu finden. Dem Guttenberg ist zuzutrauen, dass der die auch noch sagt, selbst dann, wenn seine betulich wirken wollende Chefin das nicht in den Kram passt.

Zu Guttenberg wird noch Politik machen wollen, wenn die mütterliche Angela bereits auf ihrem Altenteil sitzt. Er gehört einer Generation an, die noch Manches stemmen muss, Manches was dem Volk schwer verständlich zu machen ist. Das wird ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen leichter fallen, wenn sie sich frühzeitig den Ruf ehrlicher Menschen erwerben.

Dem alten Ludwig ist das gelungen, mit seinem Ruf danach, die Gürtel enger zu schnallen. Auch, wenn seine eigene Figur nicht eben danach aussah, dass sein Gürtel die Zerreißprobe gewinnen könnte. Immerhin hat das Volk dann das Wirtschaftswunder hin bekommen.

Na, ich werd meinem Sohn beibringen, sehr genau hin zu sehen und keinem Politiker über den Weg zu trauen, der nur gute Worte im Munde führt.

Aber immerhin: Ich bin nicht Soldat, ich bin nicht in Afghanistan. Es besteht also auch nicht die Gefahr, dass mein Sohn um mich trauen muss, weil ich, mitten im Frieden, in Kampfhandlungen falle, die im Frieden nix zu suchen haben.

woe 31.10.2009

Landesfürsten sind Bundespläne keineswegs sakrosankt

Wir Wähler müssen dazu lernen!

Gut, die neue Regierung ist in Amt und Würden, der Koalitionsvertrag ist unter Dach und Fach, nur so richtig konkret wird er an vielen Stellen nicht.

Namentlich jene Passagen, in denen es darum geht, die Finanzierung an anderer Stelle weitaus konkreter beschriebener Geschenke für das (Länder-)Wahlvolk zu konkretisieren, sind schwach.

Beruhigend ist dabei aber, dass die Landesfürsten sich formieren, offenbar nicht nur jene, die ihre Landtagswahlen jüngst hinter sich haben und nicht aktuell auf nette Steuergeschenke fürs Volk angewiesen sind. Selbst Schäuble, den ich so gern als Musterknaben sähe, äußert sich vorsichtig.

Es ist zwispältig hier öffentlich zu hoffen, dass die Steuergeschenke scheitern. Mehr Netto vom Brutto finde ich ja auch nett. Ich hab aber gerade meinen Sohn zu Gast und wenn ich ehrlich sein soll, will ich ihm gerade in die Augen sehen können. Also ist mir eine kopflose Neuverschuldung nicht wirklich recht.

Ich denke wir, das Wahlvolk, müssen notwendig dazu lernen: Zum Einen dürfen wir uns von solchen Geschenken nicht locken lassen, zum Anderen müssen genau das unseren Politikern auch noch klar machen.

Dass ich bisweilen an der Lernfähigkeit unserer Politiker zweifle, kann jeder Leser ahnen, was aber halten wir, wir Wähler, von unserer Lernfähigkeit?

Wester-Welle

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